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Laserkoagulationstherapie einfacher erlernen mit navigiertem System

Navilas® erleichtert Schulung und verbessert Produktivität in der Praxis

Die konventionelle Laserkoagulation galt lange als Mittel der Wahl bei der Behandlung der diabetischen Retinopathie. Inzwischen haben jedoch mehrere wissenschaftliche Untersuchungen die Grenzen der traditionellen Lasertherapie aufgezeigt – vor allem im Vergleich zu der Verabreichung von Anti-VEGF Injektionen. Die Studien legen nahe, dass die konventionelle Applikation der Laserspots an der Spaltlampe dazu führt, dass die Behandlung im klinischen Alltag weniger genau und möglicherweise unvollständig erfolgt1,2.

Navigierte Lasertherapie

In der Behandlung retinovaskulärer Erkrankungen ist die computergesteuerte Lasertherapie der Netzhaut ein relativ neuer Ansatz. Sie wurde eingeführt, um für eine höhere Genauigkeit zu sorgen, als dies bei herkömmlichen Laserverfahren der Fall ist. Das Navilas® Laser System (OD-OS GmbH, Teltow) ist das erste computergesteuerte System, das im klinischen Alltag anwendbar ist. Es führt die Fundusbildgebung in Echtzeit mit bildgestützter Lasertherapie3 zusammen. So lässt sich eine punktgenaue Behandlung computergestützt vorausplanen, durchführen und digital dokumentieren.

Eine Studie von Kozak et al zeigt, dass das System im Vergleich mit der konventionellen Lasertherapie eine um 20 Prozent höhere Genauigkeit aufweist. Es wurden dabei 86 Augen mit diabetischem Makulaödem untersucht. Die Trefferrate der Mikroaneurismen lag mit Navilas® bei 92 Prozent gegenüber 72 Prozent mit einer herkömmlichen Laserung4. Neubauer und Kollegen zeigten zudem, dass der computergesteuerte Laser nicht nur schneller und genauer ist, sondern die damit behandelten Patienten mit DME und PDR auch weniger häufig nachbehandelt werden mussten5. Dauer und Genauigkeit der Therapie waren dabei unabhängig von der Erfahrung des behandelnden Arztes6.

Einweisung von Assistenzärzten in die navigierte Lasertherapie

Die Vorteile des Navilas®-Systems zeigen sich zudem bei der Unterweisung der Assistenzärzte in die fokale und periphere Laserbehandlung. In unserer Praxisklinik führen wir jede Woche mehr als 20 Lasertherapien mit Navilas® durch. Ich habe mich dazu entschieden, mehrere unserer Assistenzärzte in die Anwendung des Systems einzuweisen, um zum einen die Effizienz der Praxis zu optimieren, und zum anderen mehr Patienten vom Nutzen des Navilas®-Systems profitieren zu lassen. 

Derzeit führen drei Assistenzärzte in meiner Praxis die navigierte Lasertherapie durch – einer begann ohne Vorkenntnisse, ein Zweiter mit etwas Erfahrung und ein Dritter mit Kenntnissen in zentraler und peripherer Lasertherapie. Erfahrungsgemäß ist die Einweisung an der Spaltlampe eine schwierige Herausforderung – sowohl für den Assistenzarzt als auch für den Unterweiser. Es gibt keine beziehungsweise nur unzureichende Möglichkeiten, die Behandlung des jeweils anderen zu beobachten. Für die Schulung an der Spaltlampe ist es darum eine Grundvoraussetzung, den Assistenzärzten den Therapieplan so präzise wie möglich zu erklären – meist anhand von Handzeichnungen und/oder Fotografien. Am Navilas®-System hingegen können Assistenzarzt und Unterweiser gleichzeitig den Plan und auch die Anwendung am Bildschirm verfolgen. Darüber hinaus verfügt das Navilas®-System über ein Eye-tracking-System zur Minimierung von ungewollt platzierten Laserherden, insbesondere in der Nähe der Fovea.

In der Regel sollen Assistenzärzte in meiner Praxis etwa 200 bis 300 periphere Lasertherapien durchführen, bevor eine Unterweisung in zentralen Lasertherapien erfolgt. Mit Navilas® können sie bereits nach wenigen peripheren Behandlungen zentrale Therapien durchführen – vorausgesetzt, ein erfahrener Kollege erstellt mit ihnen den Behandlungsplan beziehungsweise gibt ihn frei. Die Assistenzärzte in meiner Praxis waren nach 60 fokalen Therapien in der Lage, eigenständig Behandlungspläne zu entwerfen und Behandlungen durchzuführen.

Zusammenfassung

Mit dem Navilas®-System vollzieht sich der Lernprozess deutlich schneller und einfacher. Das wirkt sich nicht nur positiv auf die Qualität der Behandlung aus, sondern erhöht auch die Effizienz in der Praxis.  Außerdem fühlen sich die Assistenzärzte in der Lernphase sicherer, da ihnen wirklich jemand über die Schulter schauen bzw. bei der zentralen Laserkoagulation bei dem Behandlungsplan helfen kann. Während Assistenzärzte die Lasertherapie am Navilas® erlernen, entwickeln sie ein besseres Verständnis für die Therapiezusammenhänge und -grundlagen. Fühlen sie sich erst einmal sicher darin, fokale und periphere Behandlungen mit Navilas® durchzuführen, gehen sie auch mit mehr Selbstvertrauen mit konventionellen Lasergeräten um.

Bei beiden Lasertypen ist es besonders wichtig, den Umgang mit dem Kontaktglas sicher zu beherrschen. Nutzer des Navilas®-Systems sollten zudem mit IT- und Computersystemen vertraut sein. Ebenfalls ist zu beachten, dass sich die Behandlungsdauer für den Arzt aufgrund der etwas längeren Zeit für Planung und Bildgebung um zwei bis drei Minuten verlängert – obwohl die Behandlung am Patienten selbst schneller geht. 

Vorteile von Navilas® in der Praxis

Es kann eine qualitativ hochwertige Lasertherapie sichergestellt werden, unabhängig davon, ob Sie von mir oder einem meiner Assistenzärzte durchführt wird. Auch die Patienten sind mit der Therapie sehr zufrieden, da sie weniger Zeit in Anspruch nimmt und mit geringeren Schmerzen verbunden ist als die konventionelle Lasertherapie. Der Behandlungsbericht, den das Navilas®-Gerät erstellt, enthält wertvolle Informationen für die Patienten, die behandelnden Ärzte und die zuweisenden Augenärzte. Die Patienten haben zudem die Möglichkeit, vor Behandlungsbeginn einen Blick auf den Therapieplan zu werfen. Meiner Erfahrung nach hat das eine beruhigende und rückversichernde Wirkung und bestärkt sie darin, sich ganz auf die Behandlung einzulassen.

Seitdem ich das Navilas®-System nutze, hat sich die Produktivität meiner Praxis gesteigert und wir haben die Möglichkeit, Assistenzärzte sicher und effizient in der Anwendung der Photokoagulation zu schulen.

Quellen

1. Elman MJ, Bressler NM, Qin H, et al., Expanded 2-Year follow-up of ranibizumab plus prompt or deferred laser or triamcinolone plus prompt laser for diabetic macular edema. Ophthalmology 2011; 118 (4): 609–14.
2. Mitchell P, Bandello F, Schmidt-Erfurth U, Lang GE, Massin P, Schlingemann RO, Sutter F, Simader C, Burian G, Gerstner O, Weichselberger A; RESTORE study group. The RESTORE Study: Ranibizumab monotherapy or combined with laser versus laser monotherapy for diabetic macular edema. Ophthalmology 2011; 118(4): 615–25.
3. Kernt M, Ulbig M, Kampik A and Neubauer AS. Navigated laser therapy for diabetic macular oedema. European Ophthalmic Review 2013; 7(2):127–30.
4. Kozak I, Oster SF, Cortes MA, Dowell D, Hartmann K, Kim JS, et al. Clinical evaluation and treatment accuracy in diabetic macular edema using navigated laser photocoagulator NAVILAS. Ophthalmology 2011;118:1119–24.
5. Neubauer AS, Langer J, Liegl R, et al., Navigated macular laser decreases retreatment rate for diabetic macular edema: a comparison with conventional macular laser. Clin Ophthalmol. 2013; 7:121–8.
6. Starnawska AJ, Schneider U, Hasler PW. [Comparison of laser treatment of patients with the replace with "computer-based laser" between experienced and unexperienced operator]. Klin Monbl Augenheilkd. 2012;229(12):1223-6.

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